Über weite Strecken entwickelte sich ein spannendes Duell zwischen Manuela Schär und der Britin Eden Rainbow-Cooper, die im April den Boston Marathon gewonnen hatte. Bis zur 25-Kilometer-Marke lagen beide Fahrerinnen praktisch gleichauf. Kurz vor dem Anstieg zur Driver Avenue setzte Manuela Schär jedoch die entscheidende Attacke und konnte sich von ihrer Konkurrentin lösen.
Die Schweizerin baute ihren Vorsprung kontinuierlich aus und überquerte die Ziellinie nach 1:42:04 Stunden. Damit unterbot sie den bisherigen Streckenrekord von Susannah Scaroni (1:44:52 Stunden) deutlich. Rainbow-Cooper belegte in 1:47:17 Stunden den zweiten Rang, während die US-Amerikanerin Tatyana McFadden in 1:51:08 Stunden Dritte wurde.
Mit dem Triumph in Sydney ergänzt Manuela Schär ihre beeindruckende Sammlung von Major-Siegen. Bereits zuvor hatte sie siebenmal in Berlin, viermal in Boston, viermal in Tokio, dreimal in London, dreimal in New York und einmal in Chicago gewonnen. Somit hat sie als erste Frau alle sieben Majors gewonnen.
Nach ihrem Erfolg zeigte sich die Schweizerin emotional: «Es ist tatsächlich eine grosse Überraschung. Ich hatte keinen guten Start in die Saison und in Tokio im März das schlechteste Rennen meines Lebens. Ich werde älter und es wird schwieriger. Dieser Sieg überrascht mich wirklich und macht mich sehr emotional.»
Auch im Männer-Rennen wurde Geschichte geschrieben. Der US-Amerikaner Daniel Romanchuk feierte seinen ersten Marathon-Sieg seit seinem Erfolg beim New York Marathon im November 2024. Dabei verbesserte er den bisherigen Streckenrekord des Schweizers Marcel Hug, der im Vorjahr als erster Athlet überhaupt alle sieben World Marathon Majors gewonnen hatte, 2026 aber nicht an den Start ging.