Menschen mit Querschnittlähmung benötigen aufgrund der geringeren Muskelmasse und Bewegungsaktivität meist weniger Energie als Fussgängerinnen und Fussgänger. Gleichzeitig steigt die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung, um den Körper optimal mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen.
Die folgenden Tipps gelten für Menschen mit Querschnittlähmung sowie für Fussgängerinnen und Fussgänger.
Seien Sie kritisch bei Ernährungsmythen
Einfache Lösungen für alle Bedürfnisse, Anpreisung von «Superfood», Heilsversprechen – in den sozialen Medien wimmelt es nur so von Empfehlungen für eine vermeintlich bessere Ernährung. Ein riesiger Markt ist entstanden. Die Trends kommen und gehen. Doch für mehr Gesundheit gibt es keine Schnelllösungen, auch wenn unsere Sehnsucht danach gross ist. Seien Sie kritisch.
Orientieren Sie sich am Tellermodell
Der «ausgewogene Teller» der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE) zeigt, wie Sie jeden Tag drei optimale Hauptmahlzeiten zusammenstellen. Dabei werden Proteine, Kohlenhydrate sowie Gemüse und Früchte ausgewogen aufeinander abgestimmt. Auch für Zusatzbedürfnisse finden Sie auf der SGE-Website angepasste Vorschläge, die einfach umzusetzen sind.
Trinken Sie genügend
Damit alle Körperfunktionen richtig arbeiten können, ist genügend Flüssigkeit notwendig: empfohlen sind täglich 1,5 bis 2 Liter ungezuckerte Getränke wie Wasser oder Tee. Süss- und Fruchtsaftgetränke mit zugesetztem Zucker oder Süssstoffen sind als Durstlöscher ungeeignet. Konsumieren Sie diese selten und massvoll. Beim Alkoholkonsum gibt es laut Weltgesundheitsorganisation WHO keine gesundheitlich unbedenkliche Menge.
Sparen Sie bei Supplementen
Bei ausgewogener Ernährung und gesundem Lebensstil braucht es oftmals keine Nahrungsergänzungsmittel. Mit zunehmendem Alter verändern sich jedoch der Stoffwechsel und die Körperzusammensetzung. Betroffen sind Knochendichte, Muskeln, Körperfett und die Regeneration. Dann sollten Sie den Fokus vermehrt auf Nährstoffe wie Vitamin D, Kalzium und Protein legen. In spezifischen Situationen wie Schwangerschaft, Mangelzuständen oder bei veganer Ernährung können Supplemente medizinisch sinnvoll sein.
Reduzieren Sie hochverarbeitete Lebensmittel
Chips, Wurstwaren, Süssigkeiten, Fertiggerichte, Fast Food und Co. sind nicht per se ungesund, sie liefern dem Körper jedoch wenig gesundheitsfördernde Nährstoffe. Das Risiko für chronische Erkrankungen und Nährstoffmangel steigt. Bevorzugen Sie nährstoffreiche, möglichst unverarbeitete Lebensmittel wie Kartoffeln, Fisch, Gemüse, Früchte, Getreide oder ungezuckerte Milchprodukte.
Podcast
Im Podcast «Querschnitt» erzählen Betroffene, wie sich ihre Ernährung nach der Rückenmarkverletzung verändert hat. Und wie sie wieder lernen mussten, zu schlucken, zu trinken und selbstständig zu essen.