Historischer Erfolg
Murat Pelit gelang ein Coup sondergleichen. Als achter gerade noch so fürs Finale qualifiziert, traf er die orangen Tonscheiben im Finale beinahe nach belieben. Im dritten Umgang leichteten fünf grüne Punkte auf der Anzeigetafel, womit er sich entscheidend absetzen könnte. Nach und nach verabschiedeten sich seine Gegner aus dem Contest und schliesslich setzte er sich mit neuem Weltrekord gegen seine letzten beiden Konkurrenten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten durch. 22 von 30 möglichen Scheiben zerschmetterte der Tessiner mit orangem Dunst in der Luft.
Amacker findet über 50 Meter zurück
Für Stefan Amacker verlief die WM zunächst harzig. In der Luftpistole über 10 Meter belegte er mit 544 Punkten Rang 35. «Enttäuschend», lautete sein erstes Fazit. Erst in der letzten Serie fand er zu seinem Rhythmus zurück und erzielte 95 Punkte.
In der Standardpistole über 10 Meter steigerte sich Amacker nach einem schwierigen Start und arbeitete sich kontinuierlich nach vorne. Mit 344 Punkten resultierte Rang 11. Erschwert wurde der Wettkampf durch das Material: Amacker schoss mit einer Leihwaffe und einem nicht auf ihn angepassten Griff, da seine neue Pistole nicht rechtzeitig vor dem Meldetermin geliefert worden war.
Zum Abschluss folgte mit der Freipistole über 50 Meter sein stärkster Auftritt. Nach 30 Schüssen lag Amacker sogar in der Nähe der Finalplätze. Eine schwache vierte Serie warf ihn zurück, doch nach intensivem Coaching fand er wieder zu seiner Linie und schloss den Wettkampf mit zwei guten Serien ab. Mit 512 Punkten belegte er Rang 24.
«Das motiviert für die Zukunft»
Trotz der durchzogenen Bilanz zieht Amacker ein positives Schlussfazit: «10m war hart, 25m irgendwo dazwischen und 50m hat mich mit dieser WM versöhnt. Vor allem 50m hat gezeigt, was gehen kann, wenn es passt. Das motiviert für die Zukunft.»
Häusler kämpft mit neuer Regelung
Nicole Häusler trat in Changwon im Kleinkaliber und mit dem Luftgewehr an. Im Kleinkaliber liegend über 50 Meter startete sie gut und hielt ihr Niveau bis zur Wettkampfhälfte. Danach machten sich die körperliche Belastung und der zusätzliche Balanceaufwand bemerkbar. Mit 606,9 Punkten klassierte sie sich auf Rang 40.
Eine neue Regelung erschwert Häusler das Schiessen zusätzlich. Das Gewehr muss seit Beginn des Jahres die Gabel, die oben auf der Feder angebracht ist, entweder links oder rechts berühren. Für Häusler, die als eine der wenigen Schützinnen frontal schiesst, bedeutet dies einen erhöhten Balanceaufwand.
Auch im Luftgewehr über 10 Meter lief es nicht wie gewünscht. «Ich habe alles gegeben. Aber heute war es sehr schwer für mich. Es passte einfach nicht.» Mit dem R5-Wettkampf liegend trat Häusler zudem in ihrer schwächeren Luftgewehrdisziplin an.
Ihr persönliches Fazit will sie erst mit etwas Abstand ziehen: «Das braucht einen Moment der Ruhe.»