SPV
17.2.2026

Wir trauern um Guido A. Zäch 

Unser Gründer Guido A. Zäch ist gestern am 16. Februar 2026 im Alter von 90 Jahren im Kreise seiner Familie friedlich eingeschlafen. Als Mensch, Visionär und Pionier hat er durch seinen unermüdlichen Einsatz das Leben von Menschen mit Querschnittlähmung und deren Lebensqualität nachhaltig verbessert. Betroffene haben heute Chancen und Perspektiven, die einst undenkbar waren. Wir drücken seiner Familie unser herzlichstes Beileid aus.

Dr. med. Dr. h.c. Guido A. Zäch war ein Pionier der ganzheitlichen Rehabilitation von querschnittgelähmten Menschen. Bereits in den 1960er Jahren hatte der junge Arzt und spätere Gründer der Schweizer Paraplegiker-Stiftung erstmals Kontakt mit Betroffenen. Schnell erkannte er die Lücken im Spital-, Sozial- und Versicherungssystem der Schweiz. Er konkretisierte daraufhin die Vision der ganzheitlichen Rehabilitation von  Menschen mit einer Para- oder einer Tetraplegie.  

Perspektiven geschaffen
Als Chefarzt leitete Guido A. Zäch von 1973 bis 1989 das Paraplegikerzentrum Basel. Unermüdlich kämpfte er für die Chancengleichheit von querschnittgelähmten Menschen. Seine Vision: Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer werden wieder selbstständige und selbstbestimmte Persönlichkeiten. So gründete er 1975  die Schweizer Paraplegiker-Stiftung und 1978 die Gönner-Vereinigung mit heute 2 Millionen Mitgliedern.  

1980 gründete er die Schweizer Paraplegiker-Vereinigung als Verband von Menschen mit Querschnittlähmung und eröffnete 1990 das Schweizer Paraplegiker-Zentrum in Nottwil (LU). Im Jahr 2000 gründete er zudem die Schweizer Paraplegiker-Forschung. 2007 wurde er zum Ehrenpräsidenten der Schweizer Paraplegiker-Stiftung ernannt. Heute umfasst sein Lebenswerk die Schweizer Paraplegiker-Stiftung, sieben Tochtergesellschaften und zwei Partnerorganisationen. Insgesamt arbeiten über 2000 Menschen für die Schweizer Paraplegiker-Gruppe (SPG).

Nun ist der Visionär am 16. Februar 2026 im Alter von 90 Jahren im Kreise seiner Familie friedlich eingeschlafen. Dies nach längerer Krankheit. Der gebürtige St. Galler hinterlässt eine Ehefrau und sieben erwachsene Kinder. «Im Namen der ganzen Schweizer Paraplegiker-Gruppe drücke ich den Angehörigen unser herzlichstes Beileid aus und wünsche ihnen in dieser Zeit der Trauer viel Kraft», sagt Joseph Hofstetter, Direktor der Schweizer Paraplegiker-Stiftung. Auch Stiftungsratspräsidentin Heidi Hanselmann zeigt sich tief betroffen: «Was Guido A. Zäch für Menschen mit Querschnittlähmung bewirkt hat, ist von unschätzbarem Wert. Dank seiner Vision erhalten Betroffene in Nottwil nicht nur eine hochspezialisierte medizinische Behandlung, sondern auch monatelange Rehabilitation, Pflege, Therapie und umfassende Beratung – alles unter einem Dach. Sein Wirken reicht weit über die Klinik hinaus: Wir ermöglichen Hilfsmittelversorgung,  

bauen Wohnungen und Fahrzeuge um, unterstützen Familien, begleiten Betroffene zurück in die Schule, ins Berufsleben und in ein möglichst selbstbestimmtes Leben. Tausende Menschen konnten dank ihm neue Perspektiven gewinnen. Wir werden dieses Lebenswerk mit grosser Verantwortung und tiefem Respekt weiterführen.»

Als Mensch liebte er die Natur
Guido A. Zächs Auftreten hatte etwas Staatsmännisches, was ihm Respekt verschaffte. Sich selbst gegenüber ist Zäch bescheiden geblieben. Er fand zu seinem Gegenüber immer einen Draht und behandelte alle gleich – sei es ein Taxifahrer oder eine Bundesrätin. Zu seinem Markenzeichen wurde, dass er im Gespräch  mit allen Rollstuhlfahrerinnen und -fahrern in die Knie ging, um mit ihnen auf Augenhöhe zu kommunizieren.  

Im Kreis der Familie konnte er aus dem Alltag ausbrechen, die Pflichten vergessen. Ausgleich und Erholung fand er in Musik, Büchern, seinen Sammlungen und im Garten.  

Als Visionär wollte er Chancengleichheit  
Fragen aus der Bevölkerung wie jene, ob querschnittgelähmte Menschen ansteckend seien, blieben Guido A. Zäch in denkwürdiger Erinnerung. Sie zeigten ihm, wie weit entfernt die Wahrnehmung der Bevölkerung von seiner Vision einer ganzheitlichen Rehabilitation war. Seine Gedanken waren schon 1973 weiter: Er  dachte an Chancengleichheit.

Dank seinem Einsatz sind die von einer Querschnittlähmung betroffenen Menschen heute sehr gut integriert in die Gesellschaft und haben Zugang zu Lebensperspektiven, die vor langer Zeit noch undenkbar waren. Über 60 Prozent der Betroffenen können zum Beispiel wieder einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Damit steht die Schweiz weltweit an der Spitze. Bis dieser Punkt erreicht war, brauchte es eine klare Vision, Durchsetzungsfähigkeit, viel Mut und einen enormen Durchhaltewillen.

Als Pionier galt für ihn: «Genug ist zu wenig»
Zächs Arbeitspensum lag zwischen 80 und 90 Stunden pro Woche. Er nahm kaum frei, verzichtete auf Ferien. Dieser enorme Einsatz begleitete ihn sein ganzes Leben lang. «Eine ganzheitliche Betreuung von Querschnittgelähmten kann man nur in einer 168-Stunden-Woche leisten. Der Patient leidet diese 168 Stunden und keine halbe Stunde weniger», pflegte Guido A. Zäch zu sagen. Von seinen Mitarbeitenden, aber auch den Patientinnen und Patienten forderte er den vollen Einsatz. «Genug ist zu wenig. Wer alles gibt, kann noch mehr.» Und ebenso war sein Credo: «Was man besser machen kann, muss man verändern.»  

Für sein Lebenswerk erhielt Guido A. Zäch unzählige Ehrungen. So ernannte ihn die Universität Freiburg zum Ehrendoktor und die Gemeinde Nottwil zum Ehrenbürger. Zudem war er Träger des Adele-DuttweilerPreises.

Weitere Informationen über das Leben von Guido A. Zäch
Video über Guido A. Zäch
Kurzes Statement von Guido Zäch
Worte von Stiftungsdirektor Joseph Hofstetter