Sport
Leichtathletik
18.5.2026

ParAthletics: Spitzen Para-Leichtathletik in Nottwil

Vom 21. bis 23. Mai 2026 messen sich Marcel Hug und Catherine Debrunner mit der internationalen Konkurrenz. Im letzten Jahr blieben sie unbesiegt und auch dieses Jahr sind sie in Hochform.

Rund 450 Topathletinnen und -athleten aus der ganzen Welt treten bei den ParAthletics 2026 an. Mit dabei sind 24 Schweizer Athletinnen und Athleten. Die Wettkämpfe gehören zu einer Serie von weltweit acht Grand Prix. «Als einziger europäischer Anlass sind die ParAthletics das wichtigste Leichtathletik-Meeting in diesem Jahr auf unserem Kontinent», bestätigt Andreas Heiniger, Leiter Leistungssport bei der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung. «Aus diesem Grund und weil wir eine der schnellsten Bahnen der Welt haben, kommt jeweils fast die gesamte Elite hierher.»
 
Erwartungen sind hoch
Seit Jahren begeistern Catherine Debrunner (Geuensee) und Marcel Hug (Nottwil) das Heimpublikum. Im letzten Jahr gab es einen Weltrekord und fünf Siege von Debrunner und drei Siege von Hug zu bejubeln. Beide blieben in Nottwil unbezwungen. Sie zählen auch dieses Jahr zu den Favoriten. Ihre Topform haben die beiden an den drei Marathons seit Jahresbeginn mit drei Siegen (Hug) und zwei Siegen und einem zweiten Platz (Debrunner) bewiesen. Nun muss ihnen die Umstellung auf die kürzeren Bahndistanzen gelingen.
 
Die Bahn in Nottwil bietet optimale Bedingungen für gute Zeiten. Im letzten Jahr hat Catherine Debrunner den eigenen Weltrekord über 100 Meter auf der Heimbahn verbessert. Aktuell ist sie Weltrekordhalterin über alle Distanzen von 100 bis 5000 Meter sowie im Marathon. Ob sie die eigenen Rekorde angreifen wird, lässt sie offen: «Für einen Weltrekord müssen sehr viele Faktoren zusammenpassen. Neben der eigenen Form haben auch das Wetter oder der Wind einen grossen Einfluss. Zudem schläft meine Konkurrenz nicht. Aber ich gebe mein Bestes, um vor Heimpublikum spannende Rennen zu liefern und möglichst oft auf dem Podest zu stehen.» Starke Konkurrentinnen sind beispielsweise die Amerikanerin Tatyana McFadden oder die Britin Eden Rainbow-Cooper.
 
Weiter haben bei den Schweizer Frauen Patricia Eachus (Büron) und Alexandra Helbling (Pfeffikon) mit guten Platzierungen an den letzten Paralympischen Spielen in Paris auf sich aufmerksam gemacht. Auch der Solothurnerin Licia Mussinelli (Sursee) sind gute Resultate zuzutrauen.

Hug in der Favoritenrolle
Drei Starts – drei Siege. Damit hat der als «Silver Bullet» bekannte Marcel Hug 2025 die Erwartungen mehr als erfüllt und gilt daher auch dieses Jahr als Favorit. Allerdings sind in seiner Kategorie viele ambitionierte Athleten mit guten Zeiten auf der Bahn am Start, wie zum Beispiel der Japaner Tomoki Suzuki oder der Brite Daniel Sidbury sowie die beiden Franzosen Julien Casoli und Thibault Daurat. Es ist mit spannenden Wettkämpfen zu rechnen.
 
Aus Schweizer Sicht gehört zudem das Tetraplegiker-Duo Fabian Blum (Oberkirch) und Beat Bösch (Nottwil) zu den Podestanwärtern.
 
In den Grand Prix sind neben Wettkämpfen auf der Bahn auch Wurf- und Sprungdisziplinen integriert. Es nehmen Athletinnen und Athleten im Rollstuhl, mit Sehbehinderungen, Amputationen oder anderen Körperbehinderungen teil.
 
Rahmenprogramm
Die Wettkämpfe können wie gewohnt kostenlos besucht werden – eine ideale Gelegenheit, die Stars des Parasports hautnah zu erleben. Die Gastwirtschaft sorgt für das leibliche Wohl, und für Familien mit Kindern gibt es am Freitag und Samstag eine Hüpfburg sowie einen Rollstuhlparcours.

Athlet*innen von Rollstuhlsport Schweiz (üben Sport sitzend aus)
 
Fabian Blum
JG 1995 aus Oberkirch, Klasse T52 (Tetraplegie)
2 WM-Medaillen
 
Beat Bösch
JG 1971 aus Nottwil, Klasse T52 (Tetraplegie)
4 Silber- und 1 Bronzemedaille an Paralympics, 11 WM-Medaillen
 
Aaron Brönnimann
JG 2008 aus Niederlenz, Klasse T54 (Spina bifida)
 
Catherine Debrunner
JG 1995 aus Geuensee, Klasse T53 (Paraplegie)
Mehrfache Weltrekordhalterin,6 Gold-, 1 Silber- und 1 Bronzemedaille an Paralympics, 13 WM-Medaillen
 
Patricia Eachus
JG 1989 aus Büron, Klasse T54 (Spina bifida)
 
Nils Eisele
JG 1999 aus Winterthur, Klasse T52 (Tetraplegie)
 
Frederik Estermann
JG 2011 aus Solothurn, Klasse T54 (Spina bifida)
 
Tim Harder
JG 2002 aus Sursee, Klasse T52 (Tetraplegie)
 
Alexandra Helbling
JG 1993 aus Pfeffikon, Klasse T54 (Paraplegie)
 
Tanja Henseler
JG 1997 aus Sempach, Klasse T34 (Paraplegie)
 
Eskil Hermann
JG 2006 aus Ennetbürgen, Klasse T34 (Cerebrale Lähmung)
 
Marcel Hug
JG 1986 aus Nottwil, Klasse T54 (Spina bifida)
Weltrekordhalter, 7 Gold-, 6 Silber- und 4 Bronzemedaillen an Paralympics, 28 WM-Medaillen
 
Fabian Kappeler
JG 2007 aus Matzingen, Klasse T53 (Paraplegie)
 
Bojan Mitic
JG 85 aus Hochdorf, T34 (Cerebrale Lähmung)
 
Licia Mussinelli
JG 2000 aus Sursee, Klasse T54 (Spina bifida)
1 WM-Bronzemedaille
 
Lisa Schultis
JG 97 aus Luzern, T54 (Spina bifida)
 
Silvan Siegenthaler
JG 2007 aus Schangnau, Klasse T54 (Spina bifida)
 
Dario Studer
JG 2003 aus Hauenstein, Klasse T54 (Spina bifida)
 
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PluSport Athlet*innen (üben Sport stehend aus)
 
Elena Kratter
JG 1996 aus Vorderthal, Klasse T63 (Unterschenkelamputation)
1 Bronzemedaillen Paralympics (Weitsprung), 3 WM-Medaillen, 2x EM-Medaille
 
Abassia Rahmani
JG 1992 aus Winterthur, Klasse T62 (beidseitige Unterschenkelamputation)
2x EM-Medaillen
 
Elijah Thommen
JG 2005 aus Gelterkinden, T38 (Spastische Hemiparese)
 
Fynn Thurnheer
JG 2007 aus Diepoldsau, T35 (beidseitige Zerebralparese)
 
Sophie Spack
JG 2010 aus Herrenschwanden, Klasse T 63 (Beinprothese)
 
Justin Elijah Ward
JG 2002 aus Döttingen, Klasse noch offen (Hüftgelenkseinschränkung)
Erste Teilnahme und Klassifikation vor Ort