Die «Women of Europe» starteten nervös in das Finale, fanden aber dank Hillevi Hansson früh ins Spiel. Während sie das Skore für ihr Team eröffnete, benötigten die Türkinnen rund sechs Minuten für ihren ersten Korberfolg. Die herausgespielte Führung konnten die «Women of Europe» bis Mitte des zweiten Viertels weiter ausbauen. Noch vor der Pause kämpfte sich die Türkei mit einem 6:0-Lauf zurück und verkürzte den Rückstand auf 15:22.
Türkischer Kampfgeist entscheidet das Finale
Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Türkinnen den Druck und arbeiteten sich Punkt für Punkt heran. Zu Beginn des Schlussviertels gelang Mine Ercan erstmals der Ausgleich. Die «Women of Europe» hatten zunehmend Mühe, sich aus der engen türkischen Verteidigung zu lösen. Gleichzeitig erspielte sich die Türkei durch ihre aggressive Defensive bessere Wurfgelegenheiten.
Sechs Minuten vor Schluss stellte Mirjam Waller auf 31:31. Das Spiel entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch, in dem beide Teams um jeden Punkt kämpften. Am Ende behielt die Türkei das bessere Ende für sich. Mine Ercan war mit 18 Punkten die erfolgreichste Werferin ihres Teams, bwohl ihre Wurfquote an diesem Tag nicht optimal war. «Leider traf sie jedoch die entscheidenden Körbe in der Schlussphase», erklärte Coach Marianne Buso nach dem Spiel.
Die «Women of Europe» konnten auf die türkische 41:39-Führung acht Sekunden vor dem Ende nicht mehr reagieren. Damit sicherte sich die Türkei den Turniersieg und den Aufstieg in die A-Division.
Box Score und Statistik Finale
Irland gewinnt das kleine Finale
Im Spiel um Platz drei setzte sich Irland mit 53:29 gegen Israel durch. Für die jungen Irinnen war es eine erfolgreiche Premiere auf dieser Turnierstufe. Israel musste die letzten beiden Partien mit stark reduziertem Kader bestreiten: Zwei Spielerinnen durften aus religiösen Gründen nicht mehr spielen, eine weitere war krank.
Box Score und Statistik Spiel um Platz 3
Hillevi Hansson als MVP ausgezeichnet
Zum Abschluss des Turniers wurden die herausragenden Spielerinnen ausgezeichnet. Hillevi Hansson von den «Women of Europe» erhielt die Auszeichnung als «Most Valuable Player» (MVP). Ins All-Star-Team wurden Havva Selvihan, Rabia Akyürek beide aus der Türke, Sophie Denieffe und Kate Reddy aus Irland sowie Michal Mark aus Israel gewählt.
Auch abseits des Spielfelds erhielt das Turnier Anerkennung: IWBF Europe würdigte die Initiative von Rollstuhlsport Schweiz für das Team «Women of Europe» sowie die Organisation durch das lokale Organisationskomitee (LOC) unter der Leitung von Präsidentin Selina Hilber. IWBF-Präsident Walter Pfaller bezeichnete das Turnier als «einen Meilenstein für den Frauen-Rollstuhl-Basketballsport». Auch OK-Präsidentin Hilber äusserte sich positiv: «Dieses Finale war beste Werbung für den Para Sport der Frauen. Wer das gesehen hat will hoffentlich auch bald in einen Sportrollstuhl sitzen und mitmachen».
Schlussrangliste
1. Türkei – Aufstieg in die A-Division
2. Women of Europe
3. Irland
4. Israel