Der Winter hatte die Schweiz im Griff. Frühmorgens warteten am 2. Dezember sieben Ferienhungrige im Rollstuhl mit ihren Begleitpersonen und der Gruppenleitung am Zürcher Flughafen auf den Abflug nach San José. Ab nach Costa Rica, ab in die Wärme.
In Costa Rica, spanisch für «reiche Küste», leben 500 000 Tierarten. Einige davon erlebte die Reisegruppe bereits am zweiten Tag. Nach der Sightseeingtour in der Hauptstadt San José besuchten die Reisegäste das ZooAve Rescue Center, ein Zentrum für gerettete Wildtiere. «Ganz besonders war, dass wir gewisse Tiere zuerst in der Auffangstation gesehen haben und später in freier Wildbahn», erzählte Karin Suter-Erath. Auf der Bootstour durch den Nationalpark sichtete die Gruppe Krokodile und zahlreiche exotische Vögel.
Nervenkitzel
Am Strand von Jaco erhielten die Reiseteilnehmenden Surfunterricht. Eigens geschulte Lehrpersonen zeigten, wie es geht, anschliessend gings ins Wasser. Ein paar Schlucke salziges Meerwasser gehören dazu, wenn man lernt, Wellen zu reiten.
Am Fusse des Vulkans Arenal brauste die Reisegruppe auf einer Seilrutsche, einer sogenannten Zipline, durch die Baumwipfel des Regenwalds. Gesichert mit einem Klettergurt und mit der Hand zum Bremsen am Seil schwebten die Reisegäste von Plattform zu Plattform. Bei sieben Personen im Rollstuhl waren die Mitarbeitenden stark gefordert: die Person einhängen und wieder abhängen und zwischen den Plattformen für geeignete Sitzmöglichkeiten sorgen. Schliesslich blieben die Rollstühle am Eingang stehen. Das Personal sei sehr hilfsbereit gewesen, erinnerte sich Karin Suter-Erath. «Zur Not haben wir improvisiert.» Etwa als die Reisegruppe den Veranstaltern klar machte, dass sie die Personen mit Querschnittlähmung zwischen den Plattformen nicht einfach auf harten Plastikstühlen absetzen können. Rasch waren Kissen organisiert. Die Zipline sei ein Erlebnis gewesen, aber auch ganz schön anstrengend. Zum Glück war auch der eine oder andere Strandtag zur Erholung vorgesehen.
Kulinarik
Neben Natur und Erlebnis machte sich die Reisegruppe mit Land und Leuten vertraut. Kaffee ist ein wichtiges Exportgut für das zentralamerikanische Land. Auf einer Plantage erfuhr die Gruppe, wie Kaffee angebaut und weiterverarbeitet wird. Und in einem Kochkurs legten die Teilnehmenden selber Hand an und zauberten regionale Gerichte. Reis, Bohnen und Mais finden fast überall Verwendung.