Bei guten Wetterbedingungen zeigten Schweizer Athletinnen und Athleten auch am zweiten Wettkampftag Weltklasseleistungen. Die Bedingungen auf der Sport Arena Nottwil waren für die mehr als 450 Athletinnen und Athleten aus 59 Nationen hervorragend.
Debrunner siegt überlegen
Nach den beiden Siegen vom Vortag über 200 und 800 Meter brillierte Catherine Debrunner (Geuensee) mit Siegen über 400 und 5000 Meter, beide Male mit hervorragenden Zeiten. Der Start beim 400 Meter Wettkampf gelang ihr allerdings nicht perfekt: «Wir hatten etwas Gegenwind auf den ersten Metern, weshalb der Kraftaufwand grösser war und ich einmal kurz abrutschte mit dem Handschuh. Danach aber kam ich rasch auf ein regelmässiges, gutes Tempo.» Sie liess den Konkurrentinnen keine Chance und baute den Vorsprung über die restlichen 300 Meter laufend aus. «Auf den letzten 100 Metern spürte ich, wie die Muskeln langsam übersäuerten, konnte aber das Tempo bis über die Ziellinie durchziehen. Mit der Zeit unter 50 Sekunden bin ich sehr zufrieden.» Mit einer Zeit von 49.77 blieb sie nur etwas mehr als sieben Zehntelsekunden unter ihrem eigenen Weltrekord von 2025. Der Vorsprung auf die zweitplatzierte Chinesin Hongzhuan Zhou betrug fast vier Sekunden.
Auf 5000 Meter werden die Klassen T53 und 54 zusammengelegt, dementsprechend stark war das Feld. Auch hier wurde Catherine Debrunner ihrer Favoritenrolle gerecht. Längere Zeit teilte sie sich die kräfteraubende Führungsarbeit mit der Amerikanerin Tatyana McFadden. Danach lief es, wie sie es sich vorgenommen hatte: «Ich wollte nicht schon zu Beginn offensiv fahren, sondern hatte mich auf ein taktisches Rennen eingestellt. Wie geplant erhöhte ich zirka einen Kilometer vor Schluss das Tempo und konnte mich vom Feld lösen.» Der Abstand zu McFadden und der Chinesin Zhaoqian Zhou wurde grösser und grösser, sodass auf der Ziellinie ein Vorsprung von rund 13 Sekunden auf die zweitklassierte Zhou resultierte. «Ich bin stolz, dass ich so überlegen gewonnen habe», fasst sie den Tag zusammen. Morgen stehen die Rennen über 100 und 1500 Meter an, für die sie sich auch wieder das Ziel «Sieg» vorgenommen hat.
Marcel Hug erneut Vierter
Wie schon am Vortag musste Marcel Hug sich über 5000 Meter auch heute im Zweikampf mit Hua Jin geschlagen geben. Fünf Runden vor Schluss setzte sich der Chinese mit hohem Tempo vom Feld ab, wie Marcel Hug bestätigt: «Er beschleunigte, wie man es sonst nur im Schlussspurt tut und konnte das Tempo lange durchhalten. Seine Ausdauer ist beeindruckend und im Moment ist er auf der Bahn stärker als ich. Mit meiner Leistung bin ich dennoch zufrieden.» Zwar startete der Chinese auch schon im Marathon, aber er konnte den Schweizer dort noch nie bezwingen. Dieses Jahr gewann Hug alle drei bislang ausgetragenen Marathons. Zudem waren zwei weitere Chinesen in einer früheren Serie schneller als Hug, wie schon gestern. Für das 1500 Meter Rennen von morgen geht Hug nochmals über die Bücher: «Da ist für mich Hua Jin der Favorit. Ich werde meine Taktik gut zurechtlegen müssen. Es wird auf jeden Fall ein schwieriges, aber auch spannendes Rennen.»
Für morgen stehen weitere Wettkämpfe an, insbesondere Rennrollstuhlrennen über 100 und 1500 Meter.
Weltrekorde (beide Wettkampftage)
200 m Männer Klasse T53 – Pongsakorn Paeyo (THA) 24.89
200 m Männer Klasse T71 – Bartosz Wolos (POL) 00:41.67
200 m Männer Klasse T71 – Carlo Fabio Marcello Calcagni (ITA) 00:29.32
200 m Frauen Klasse T53 – Catherine Debrunner (SUI) 00:26.44
800 m Frauen Klasse T54 – Tatyana McFadden (USA) 01:41.14
Diskus Frauen Klasse F40 – Madina Mukhtorova (UZB) 25.58 m
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