An den ParAthletics 2026 in Nottwil lieferten sich 450 Para-Athletinnen und -Athleten aus aller Welt während drei Tagen spannende Wettkämpfe. Dank gutem und fast windstillen Wetterverhältnissen herrschten perfekte Bedingungen.
Überragende Catherine Debrunner
Nach Erfolgen über 200, 400, 800 und 5000 Meter an den ersten beiden Wettkampftagen lieferte sich Catherine Debrunner (Geuensee) am Samstag über 100 Meter ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Jessica Cooper Lewis aus den Bermudas. Gerade mal 2 Tausendstel Sekunden war Lewis schneller. Dennoch freut sich die Schweizerin: «So ein Wettkampf-Krimi zeigt, wie kompetitiv das Feld bei den Frauen aktuell ist. Keine von uns kann Topplätze als selbstverständlich nehmen, es braucht bei jedem Start vollen Einsatz. Schön, wenn wir dem Publikum Sport auf so hohem Niveau zeigen können.»
Auch im Wettkampf über 1500 Meter packte Debrunner erneut ihr Können aus, wie sie bekräftigt: «Im sechsten und letzten Start habe ich nochmals alles gegeben und von Anfang an das Tempo hoch gehalten.» Die Amerikanerin Tatyana McFadden heftete sich an ihr Hinterrad, konnte ihr den Start-Ziel-Sieg aber nicht streitig machen. Die Uhr blieb auf 03:03.65 stehen, der zweitbesten Zeit, die Debrunner je gefahren hat. Das freut sie, auch wenn sie ein 'Aber' anfügt: «Schön wäre es, wenn jemand mitziehen würde bei der Führungsarbeit und wir so das Tempo noch höher halten könnten.»
Die ParAthletics sind für sie immer etwas Besonderes: «Es hat grossen Spass gemacht vor Heimpublikum und Freunden zu fahren. Dass ich so viele Siege herausfahren konnte, freut mich natürlich. Für all das trainiere ich täglich.» Besonders stolz darf sie auf den neuen Weltrekord über 200 Meter sein. Sie verbesserte am ersten Wettkampftag die eigene Bestmarke, die sie in Nottwil 2022 aufgestellt hatte, um mehr als eine Sekunde auf 26.44 Sekunden. Nun stehen für Catherine Debrunner eine Wettkampfpause und Ferien an.
Marcel Hug bedrängt
Wie schon an den beiden Vortagen lieferte sich Marcel Hug am letzten Wettkampftag über 1500 Meter ein Duell mit dem Chinesen Hua Jin, welches dieser für sich entschied. «Ich hatte mir verschiedene Szenarien zurechtgelegt, auch dasjenige, das eingetroffen ist», meint der Nottwiler. Jin legte von Anfang an ein schnelles Tempo vor und Hug heftete sich an sein Hinterrad. «So konnte ich vom Windschatten profitieren und sparte Kräfte für den Schlussspurt. Leider hat es dennoch nicht gereicht, denn Hua Jin ist in Topform und extrem stark.» Frühere Serien waren noch schneller, was Hug nicht verwundert: «In unserer Klasse gibt es aktuell eine grosse Zahl an sehr schnellen Athleten. Das ist eine tolle Entwicklung, auch wenn es heisst, dass meine Konkurrenz grösser geworden ist.» Hug beendet das Rennen auf dem sechsten Platz. Hinzu kommen zwei vierte Plätze über 800 und 5000 Meter von den beiden Vortagen. Marcel Hug zieht dennoch eine positive Bilanz: «Es waren spannende Wettkämpfe, auch wenn es mich ärgert, dass ich auf meiner Heimbahn keinen Sieg feiern konnte. Die Atmosphäre in Nottwil war wie immer schön.»
Weitere gute Schweizer Resultate
Über 200 Meter hatten am Donnerstag Alexandra Helbling (Pfeffikon) in der Klasse T54 und Tanja Henseler (Sempach) in der Klasse T34 mit je einem dritten Platz überzeugt. Die letztere sogar mit einem Schweizer Rekord. Bei den stehenden Athleten ist eine Einschätzung schwierig, da die Felder sehr klein sind.
Neun Weltrekorde in Nottwil
In Nottwil purzelten auch dieses Jahr wieder die Bestmarken: Gleich neun Weltrekorde wurden aufgestellt. Einmal mehr bestätigt sich damit, dass hier die absolute Weltelite an den Start geht. Doch es ist nicht nur die Qualität der Athletinnen und Athleten, die für Rekorde sorgt wie Andreas Heiniger, Leiter Leistungssport der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung, betont: «Nottwil bietet eine erstklassige Infrastruktur – allen voran eine der schnellsten Bahnen weltweit. Das hat sich längst herumgesprochen: Die Topstars reservieren den Termin fix in ihrem Wettkampfkalender. Hinzu kommt, dass der Grand Prix der einzige Grossanlass seiner Art in Europa ist und die Serie von acht Meetings als besonders prestigeträchtig gilt. Auch die zuverlässige Organisation in der Schweiz wird von den Nationen geschätzt.»
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