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Forum EMERA-HES-SO in Siders

(11.06.2019)

Zugang zu Kultur für alle: im Wallis bedarf es noch einiger Verbesserungen

 

Haben Menschen mit Behinderungen im Wallis wirklich Zugang zu Kultur? Welche Hindernisse, Möglichkeiten und bewährten Verfahren gibt es in diesem Bereich? Das Forum EMERA-HES-SO, das am 16. Mai in Siders stattfand, ermöglichte es der Gemeinschaft von Menschen mit Behinderungen, ihre Erwartungen zu formulieren und einen Dialog mit dem Staat Wallis einzuleiten.

 

Das Forum Emera-HES-SO hatte zahlreiche Forscher und Experten eingeladen, um über Kultur, ein Bereich, der unter Artikel 30 der UNO-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen fällt, zu sprechen. Der Text verpflichtet die Unterzeichnerländer, Massnahmen zu ergreifen, um sicherzustellen, dass Menschen mit Behinderungen Zugang zu kulturellen Veranstaltungen und Orten haben und ihr künstlerisches Potenzial entfalten können.


Wie sieht es damit im Wallis aus? Fachleute aus institutionellen und kulturellen Kreisen sowie die betroffenen Personen sind sich einig, dass es in diesem Bereich noch einiger Verbesserungen bedarf. Die Kosten des Kulturangebots, Verkehrsmittel, architektonische Barrieren, das Fehlen geeigneter Technologien und soziale Überlegungen gehören zu den wichtigsten Hindernissen. Was die einzelnen künstlerischen Projekte betrifft, so werden sie hauptsächlich von spezialisierten Institutionen und Vereinigungen durchgeführt.

 

Verbreitung erfolgreicher Angebote
Im Mittelpunkt des Forums standen mehrere bestehende Angebote, welche einen besseren Zugang zu Kultur zum Ziel haben. Wie das Konzept "La Chaise Rouge", ein vom Roten Kreuz und Pro Infirmis im Kanton Waadt initiierter individueller Freiwilligendienst, oder das Label "Kultur inklusiv" von Pro Infirmis, das an kulturelle Institutionen zur Förderung der Inklusion vergeben wird. Die Umsetzung dieser beiden Ansätze wird aktuell auch im Wallis diskutiert. Im Kanton sind wegweisende Projekte wie das Projekt "Toucher voir" (Berühren Sehen) des Kunstmuseums nennenswert, das eine Interpretation von Gemälden in Form von Modellen anbietet, die von Menschen mit Sehbehinderungen berührt werden können. Oder das Museum des Grossen Sankt Bernhard und seine Videoterminals, die es Gehörlosen ermöglichen, Erklärungen in Gebärdensprache zu erhalten.

 

Verbesserungsvorschläge auf kantonaler Ebene
Auch wenn Lösungen aus der Praxis ersichtlich werden, haben sie immer noch Schwierigkeiten, sich auf politischer Ebene durchzusetzen. Der Dachverband Forum Handicap Valais-Wallis wünscht sich daher eine spezifische kantonale Strategie für die Zugänglichkeit jeder Behinderung und schlägt dem Kanton konkrete Massnahmen vor: Bewertung der kulturellen Institutionen, die sich verpflichten, ihre Infrastrukturen anzupassen, Ausbau von Unterstützungsdiensten, Senkung der Tarife für IV-Begünstigte, Gleichbehandlung bei der Unterstützung des Kunstschaffens. Der Chef der Dienststelle für Kultur, Jacques Cordonier, begrüsste diese Vorschläge und lud die Verantwortlichen des Forum Handicap Valais-Wallis zu einer Reihe von Treffen ein, um diese Bereiche zu prüfen und umzusetzen. Für die Organisatoren des Forums ist diese Einladung zum Dialog ein wertvolles Ergebnis. "Eines der Ziele dieser Veranstaltung ist es, das Bewusstsein der Behörden zu schärfen. In diesem Bereich hat es über unsere Erwartungen hinaus funktioniert, es ist sehr positiv", sagt Olivier Musy, Direktor der Sozialberatung für Menschen mit Behinderung der Stiftung Emera.

 

Das nächste Forum EMERA-HES-SO wird im Herbst 2020 zum Thema Arbeit und Beschäftigung stattfinden.



Dateien:

Forum Emera-Hets_Compte-rendu_LONG_D.pdf