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Curling

Neuformation im Curling

Nach den Paralympics 2018 hat sich das Curling-Nationalteam neu formiert. Mit der Teilnahme an zwei internationalen Turnieren konnte das junge Team erste Erfahrungen sammeln. Doch bis zu den Paralym-pischen Spielen 2022 in Beijing (CHN) steht noch ein langer Weg bevor…

 

Rückblick auf die Paralympics 2018

Nach Turin (2006) und Vancouver (2010) nahm die Schweiz in PyeongChang (2018) zum dritten Mal mit einem Rollstuhl Curling Team an paralympischen Spielen teil. Neben Gast-geber Korea, den USA und Canada gehört die Schweiz zu den vier Nationen, die in Pyeong-Chang in allen olympischen und paralympischen Curling Wettbewerben vertreten war.

 

Mit dem sechsten Platz unter 12 Nationen resultierte ein gutes Ergebnis. Leider gelang es nicht, das anvisierte Ziel, die Teilnahme an den Halbfinals zu erreichen; dafür hätte es in den 11 Spielen zwei Siege mehr gebraucht. Mit dem Vorstoss in die Top10 des WCF Rankings (8. Rang) wurde aber die Zielsetzung von 2013, die Schweiz zurück in die Weltspitze zu führen, inzwischen erreicht. Das damals eingeführte Kadersystem und die Förderung in den verschiedenen Leistungsgruppen hat sich im Grossen und Ganzen bewährt. Ein grosser Zwischenschritt war die WM 2016 in Luzern, wo mit dem vierten Platz der Grundstein für die Qualifikation gelegt werden konnte.

 

Die Sportart hat sich inzwischen weltweit verbreitet und sehr stark entwickelt. Was im Jahre 2002 mit neun Nationen an der ersten WM in Sursee begann, war ursprünglich für Para- und Tetraplegiker gedacht. Heute nehmen 25 Nationen an den A- und B-Weltmeisterschaften teil. Die Beeinträchtigungen der Athletinnen und Athleten sind ver-schiedenartig, gemeinsam ist, dass sie auf den Rollstuhl angewiesen sind und dass die Teams immer gemischt sind (mind. eine Person des anderen Geschlechts).

 

Neustart und Ausblick

Nach den intensiven Jahren gab es im Nationalteam mehrere Rücktritte, teilweise sofort und teilweise auf das nächste Jahr. Schlussendlich haben die Analysen und Gespräche den Entscheid gebracht, die neue paralympische Periode mit einem Neuanfang zu starten. Mit fünf Athletinnen und Athleten aus dem B-Kader und dem Nachwuchsbereich beginnt der Weg zu den Paralympics 2022 in Beijing CHN. Die erste Herausforderung wird die A-WM im März 2019, in Stirling SCO, sein, die neu von zehn auf zwölf Nationen ausgeweitet wurde. Mit dem 8. Rang an der WM 2017 hat sich die Schweiz direkt für die A-WM qualifiziert. Das Ziel wird sein, den Klassenerhalt zu schaffen (mindestens 9. Rang) und die ersten Punkte für die Qualifikation zu den Paralympics einzufahren.
Von Ende September bis Anfangs März 2019 sind 25 bis 30 Trainingstage für das National-kader in Baden und Brig eingeplant. Dazu kommt die Teilnahme an internationalen Turnie-ren in Wetzikon und Stirling SCO (Oktober), in Prag CZE und Lausanne (Novem-ber/Dezember) und in Lohja FIN (Januar 2019). Mitte Dezember wird die Selektionskom-mission von Rollstuhlsport Schweiz das Nationalteam für die WM bestimmen.

 

Unterstützung aus Crans Montana

Neu im Team als Assistenz-Trainerin ist Anne-Gabrielle Mittaz, Crans Montana. Sie wirkt als Assistenz-Trainerin und Team-Managerin für das Nationalkader und das Nationalteam.

 

Feuertaufe erlebt und Lehrgeld bezahlt

Die ersten internationalen Erfahrungen erlebt das neue Nationalteam an den Turnieren in Wetzikon und Stirling SCO. Da diese beiden gut besetzten Anlässe unmittelbar nacheinander folgen, konnten wir mit 13 Spielen innerhalb von acht Tagen die Belastung an einer Weltmeisterschaft gut simulieren. Leider fiel einer unserer erfahrenen Spieler wegen einer Schulterverletzung aus. So mussten unsere Neulinge unvermittelt in das kalte Wasser steigen.

 

Wir hatten uns von Anfang an keine resultatmässigen Ziele gesetzt, sondern der Fokus lag darauf, als Team auf dem Eis gut zu funktionieren und die in den Trainings gezeigten Leis-tungen in den Wettkampf zu übertragen. Schlussendlich haben wir die Mehrheit der Spiele verloren und wir konnten gegen kein internationales Team als Sieger vom Eis gehen. Das hat uns aufgezeigt, wie hart und intensiv wir in den nächsten Wochen arbeiten müssen, um die notwendigen Schritte vorwärts machen zu können. Auch war uns das Wettkampfglück noch nicht hold, auch weil wir aussichtsreiche Situationen noch nicht konsequent in zählbare Ergebnisse umwandeln können.

 

Resultate Wetzikon, 12.–14. Oktober 2018

Resultate Stirling, 16.–19. Oktober 2018

 

Das Team hat intensiv und gut gearbeitet und die lange gemeinsame Zeit gut genutzt für das Verständnis untereinander und die gegenseitige Unterstützung. Es folgen nun im November zwei weitere Trainingscamps und dann wieder zwei Turniere hintereinander in Prag CZE (23.-25. November 2018) und in Lausanne (30.-2. Dezember 2018).

 

Stephan Pfister

Nationaltrainer Curling

 

Ausgabe: 10/2018