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Curling

Die Fieberkurve steigt langsam aber stetig

Nur noch wenige Wochen bis zu den paralympischen Spielen 2018 in PyeongChang, KOR. Das Roll-stuhlcurling-Team ist nach der Selektion durch Swiss Paralympic in den letzten Vorbereitungen und voller Vorfreude. Heute stellen wir euch das Team etwas näher vor.

 

Mit dem vierten Platz an der Heim-WM 2016 in Luzern und dem achten Platz an der WM 2017 in Pyeong-Chang, KOR wurde der Quotenplatz für 2018 erreicht. Die Trainingseinheiten für das Nationalteam wurden im vergangenen Jahr nochmals deutlich erhöht und an sechs international besetzten Vorbereitungsturnieren wurde die Wettkampffähigkeit getestet. Das Team wird gut vorbereitet am 3. März 2018 in Zürich in den Flieger nach Korea einsteigen. Mehr zu den selektionierten Rollstuhlcurlern erfährst du hier.

 

Felix Wagner, Skip

Der 52-jährige Landwirt aus Russikon ZH spielt seit zehn Jahren Rollstuhlcurling. Mit seinem Heimclub CC Wetzikon hat er sieben Mal an Schweizer Meisterschaften teilgenommen und dabei viermal Gold und dreimal Bronze erspielt. Den grössten internationalen Erfolg erzielte er mit dem Nationalteam an der WM 2016 in Luzern. Mit dem vierten Platz sicherte sich das Team den Quotenplatz an den Paralympics 2018 in PyeongChang, KOR. Felix ist seit 2011 im Nationalkader und im Nationalteam.

 

Die Familie, mit Ehefrau Ruth und Tochter Céline, betreibt eine grosse Pferdepension mit Ausbildungsstall auf dem eigenen Hof. Zudem arbeitet Felix in einem 50%-Pensum als Technischer Kaufmann in einem Handelsbetrieb.

 

Als Skip führt er das Team durch die Wettkämpfe, gibt die taktische Richtung vor und übernimmt die Ver-antwortung für die letzten Steine.

 

Claudia Hüttenmoser, Third und Viceskip

Die 50-jährige Ostschweizerin aus Goldach am Bodensee startete 2007 mit Rollstuhlcurling und war bereits 2010 Mitglied im Schweizerischen Team an den Paralympics im kanadischen Vancouver. Nach den ersten Jahren beim CC Wetzikon half sie beim Aufbau der Rollstuhlcurling Gruppe in St. Gallen. Zwei Schweizer Meistertitel – 2008 mit Wetzikon und 2017 mit St. Gallen – und der vierte Platz an der WM 2016 sind ihre bisher grössten Erfolge. Claudia ist seit 2010 im Nationalkader und im Nationalteam.

 

Claudia ist Hausfrau und Mutter. Sie arbeitet im Nebenamt als Familienrichterin am Kreisgericht in Ror-schach. Ehemann Peter begleitet sie regelmässig auf ihren Trainingstouren auf dem Handbike und zusam-men mit ihren Kindern Till und Gina reisen sie gerne rund um die Welt.

 

Als Viceskip unterstützt Claudia den Skip im Spiel und übernimmt die Verantwortung im Haus, wenn Felix seine letzten Steine spielt.

 

Marcel Bodenmann, Second

Der gebürtige Winterthurer ist 51 Jahre alt und begann vor sechs Jahren mit Rollstuhlcurling. Sein Talent brachte ihn schnell in das damals neu geschaffene Nachwuchskader und seit zwei Jahren ist er im Nationalteam.

 

Marcel arbeitet als Hochbauzeichner in einem 60%-Pensum. In seiner Freizeit fährt er leidenschaftlich gerne mit dem Trike durch die Lande.

 

Als Spieler auf der zweiten Position ist er vor allem für die schnellen Steine gefragt um schwierige Situationen früh im Spiel bereinigen zu können.

 

Beatrix Blauel, Lead

Die 50-jährige Baselbieterin spielt schon seit zwölf Jahren Rollstuhlcurling im RC beider Basel. Sie stiess 2013 zum Nachwuchskader und ist seit 2015 im Nationalteam.

 

Die Familie mit Ehemann Serge und den beiden Söhnen Didier und Alex wohnt im grenznahen Elsass. Tauchen und Gärtnern gehören zu ihren Lieblingsbeschäftigungen in der Freizeit.

 

Der Lead im Team spielt die ersten Steine und bestimmt mit seiner Präzision die Taktik im Spiel massge-bend mit.

 

Hans Burgener, Alternate

Der selbständige Holzschnitzer aus Grindelwald ist 53 Jahre alt und kam 2009 zum Rollstuhlcurling. Mit dem CC Bern wurde er 2014 Schweizer Meister. Er kam 2013 ins Nachwuchskader und ist seit 2015 im Nationalteam.

 

Der ledige Bergler ist ein Naturmensch und bringt viel Schwung und Humor ins Team.

 

Als Ersatzspieler muss er jederzeit bereit sein, für ein Teammitglied einzuspringen. Von der Bank aus lernt er viel über das Spiel und das Team.

 

Das Projekt «Paralympics 2018» wurde 2013 von der TK Curling in Zusammenarbeit mit Rollstuhlsport Schweiz in Angriff genommen, nachdem sich die Schweiz nicht für die Paralympics 2014 in Sotchi qualifizieren konnte. Eine neue Kaderstruktur, die Professionalisierung der Trainings auf und neben dem Eis, die Verbesserung des Umfeldes und die Ausweitung der Wettkampferfahrungen waren der neue Weg. Neben dem zur Verfügung stehenden Budget der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung (SPV) mussten jährlich zusätzliche Gelder generiert, gesammelt oder durch die Athleten aufgebracht werden, um alle Vorbereitungsmassnahmen finanzieren zu können.

 

Das paralympische Rollstuhlcurling Turnier wird mit zwölf Teams durchgeführt. Nach einer Round-Robin (jeder gegen jeder) mit elf Spielen in sechs Tagen werden die die Halbfinals (1. gegen 4. und 2. gegen 3. Platz) ausgespielt. Die Gewinner der Halbfinals spielen um Gold und Silber, die Verlierer um Bronze. Das Team Schweiz hat sich zum Ziel gesetzt die Halbfinals zu erreichen. Die Arbeit der letzten Jahre ist abge-schlossen und die Freude auf den bevorstehenden Höhepunkt in der sportlichen Karriere gross.

 

Paralympics 2018, PyeongChang

 

Stephan Pfister, Nationaltrainer

 

 


 

Rückblick zum 1. Rollstuhlcurling Turnier in Crans-Montana, 19.–21. Januar 2018

 

Die neue, moderne Curlinghalle mit drei Rinks in Crans-Montana hat es in Sachen Publikumswirksamkeit in sich: Mit einer Fensterfront sowohl zur gegenüberliegenden, offenen Eisbahn als auch zum angegliederten, öffentlichen Restaurant präsentiert sie sich für Passanten und Restaurantbesucher gewissermassen im Schaufenster. So erfreuten sich denn die Wettkämpfer dieses ersten Rollstuhlcurling Turniers in Crans-Montana vieler Spontanzuschauer.

 

Eine bessere Werbung und Öffentlichkeitssensibilisierung für diesen Randsport kann es kaum geben. Es bereitete auch Freude, den zum Teil noch unerfahrenen Teams und Einzelspielern zuzuschauen, wie sie sich tapfer und mutig gegen arriviertere Curlingspieler wehrten. Ein gelungener Breitensportanlass mit viel Engagement, Herzblut und Freude am Spiel. Derweil die einen ihren lieben Kampf mit Länge und Händel führten, zerbrachen sich andere den Kopf zu Taktik und Strategie. Für die einen war es wichtig Ends zu schreiben, für die anderen Ends abzuluchsen. Wie hoch das Spiel auch verloren ging – jedes gewonnene End wurde als Sieg gefeiert.

 

Gemessen haben sich die Teams von Lausanne Olympique (Eric Décorvet), Crans-Montana (Remo Pfyffer), Wetzikon (Werner Locher), St. Gallen (Claudia Baumgartner), Genève (Olivier Joseph) und ein frei zusammengestelltes Team Stars (Vroni Forrer). Das Team Genève hat sich erst vor einigen Wochen auf die Schweizer Meisterschaft vom 8.–11. Februar in Thônex-Genf hin neu formiert. Und das Team Stars wurde aus Spielern verschiedener Teams sowie kurzfristig angefragten und ins Curling eingeführten Rollstuhlfahrern zusammengesellt.

 

Ein grosses Kompliment an die Organisatoren, in dem doch gedrängten Spielkalender ein tolles Turnier auf die Beine, bzw. die Räder gestellt und mit allem Drum und Dran hervorragend organisiert zu haben! Selbst dem reichlich fallenden Schnee wurde völlig entspannt und mit vielen Helferhänden die Stirn geboten, die Spieler durch den Schnee zur Halle geschoben. Last but not least wurde ein dem Namen alle Ehre zollendes Bankett hergerichtet; ein Gaumenschmaus.

 

Gewonnen wurde das Turnier vom Heimteam Crans-Montana, gefolgt von Lausanne Olympique und Wetzikon. Die weiteren Ränge belegten St. Gallen, Genf und das Team Stars. Das Turnier von Crans-Montana – ein Versprechen für die Zukunft!

 

Daniel Andenmatten, TK-Chef Curling

 

Ausgabe: 01/2018