Rugby
Rollstuhl-Rugby hat nur beschränkt Ähnlichkeiten mit dem Rugby der Fussgänger. Es ist ein Mannschaftsspiel, das speziell für Tetraplegiker entwickelt wurde. Jeder, der den Rollstuhl aus eigener Kraft vorwärts bewegen kann, hat die Möglichkeit, diese Mannschaftssportart auszuüben. Somit sind auch Tetraplegiker mit stark einschränkenden Lähmungen integriert.
Beim Rollstuhl-Rugby fehlen zwar die vom Fussgänger-Rugby bekannten Spielsituationen, bei denen sich die Spieler aufeinander werfen und sich in einen undefinierbaren Knäuel verwandeln, aber das Spiel ist deshalb nicht weniger spannend und spektakulär. Crashs, bei denen sich die Spieler
gegenseitig in den Rollstuhl fahren, gehören zum Alltag. Wer aber glaubt, beim Rollstuhl-Rugby entscheide nur brachiale Gewalt über Sieg und Niederlage, hat weit gefehlt. Bei dieser Sportart spielen Taktik, genau einstudierte und abgesprochene Spielzüge sowie Teamgeist eine wichtige Rolle.
Die Entwicklung des Rollstuhl-Rugby
Rollstuhl-Rugby entstand aus der Idee, eine Mannschaftssportart zu entwickeln, die von Tetraplegikern mit verschiedenen Lähmungshöhen ausgeübt werden kann. Bei den meisten Mannschaftssportarten sind die Tetraplegiker durch ihre hohe Behinderung stark eingeschränkt und können das Spiel nicht mitgestalten. Sie werden häufig nur als Ballträger oder überhaupt nicht eingesetzt. Aus diesem Grund wurde Ende der 70er-Jahre in Kanada ein neues Spiel entwickelt, das auf die Bedürfnisse von Tetra-plegikern zugeschnitten war. Es entstand das Rollstuhl-Rugby. 1991 wurde diese Sportart auch in der Schweiz eingeführt und fand sofort grossen Anklang. Heute gehört Rollstuhl-Rugby zu den bekanntesten Rollstuhlsportarten, nicht zuletzt auch deshalb, weil sich die Nationalmannschaft der Schweiz für die Paralympischen Spiele in Sydney qualifiziert hat.






