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Rollstuhlsport Schweiz
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Rudern

 
 

Anders als beim Kanufahren, sitzen die Ruderer mit dem Rücken zur Fahrtrichtung und sehen nur, wo sie herkommen, nicht, wo sie hinfahren. Sie bewegen das Boot entweder mit einem Riemen (z.B. Achter) oder zwei Skulls (z.B. Einer/Skiff). Von der Bewegungsstruktur her gehört Rudern zu den zyklischen Sportarten. Es erfordert keine besonders schnellen Reaktionen wie beispielsweise beim Tischtennis und es stellt keine besonderen taktischen Anforderungen wie z.B. beim Basketball. Rudern ist wenig verletzungsträchtig und so erstaunt es nicht, dass in den Studien der Krankenkassen das Rudern zu den gesundheitsfördernden und ungefährlichsten Sportarten zählt.

 

Das sportliche Rudern hat seinen Ursprung in England. Ein Wettkampf, der sich auf lange Traditionen beruft und noch heute jedes Jahr an die 100000 Zuschauer an die Ufer der Themse lockt, ist der Vergleich zwischen den Achtermannschaften der Universitäten Oxford und Cambridge.

 

Der Internationale Ruderverband FISA ist zuständig für die Organisation des Rudersportes. Darin ist auch das Adaptive Rowing enthalten, welches durch eine eigene Kommission vertreten ist.

 

In der Schweiz steckt das Adaptive Rowing in den Anfängen. Der Seeclub Sempach hat mit dem Neubau des Bootshauses beschlossen, als erster Ruderverein in der Schweiz offiziell das Adaptive Rowing einzuführen.
Der Startschuss erfolgte im April 2008 und wird im laufenden Jahr mit dem Bezug des neuen Bootshauses weiter intensiviert. Sempach wurde als Nationales Zentrum für das Adaptive Rowing ernannt und kann daher auch auf die Unterstützung des Bundes zählen.

 

Adaptive Rowing

Die Bezeichnung des angepassten (adaptive) Ruderns bezieht sich auf das Bootsmaterial, das an die Erfordernisse der behinderten Sportler angepasst wird. Die Bootsform ist weitgehend standardisiert. Nach FISA-Reglement sind die folgenden Bootsklassen möglich: Einer/Skiff (15), Doppelzweier (25) und Vierer mit Steuermann (4+).

 

Das Adaptive Rowing ist als Breiten- wie auch als Leistungssport möglich. Die Wettkampfdistanz an einer Regatta beträgt 1000 Meter.

 

Beim gesteuerten Vierer handelt es sich um einen Bootstyp, der in den Rudervereinen auch von Nichtbehinderten gefahren wird. Einzig der Steuerplatz ist vom Reglement her auf das Heck beschränkt, während bei den Nichtbehinderten grösstenteils buggesteuerte Boote im Einsatz sind. Die Bootsformen des 25 und 15 weisen, gegenüber den im Rennrudersport üblicherweise eingesetzten Booten, durch ihre grössere Breite eine höhere Kippstabilität auf, die durch zusätzliche Schwimmer noch weiter erhöht wird. Je nach Klassifizierung wird der 25 und 15 mit Festsitzen ausgestattet, da der Einsatz der Beine hier nicht wie auf einem Rollsitz im 4+
möglich ist. Zusätzlich ist im 15 eine Oberkörperfixierung vorhanden.

 

Seit 2002 werden im Rahmen der Ruder-Weltmeisterschaften Rennen für Behinderte ausgetragen und 2005  wurde das Adaptive Rowing (offizielle internationale Bezeichnung) in den Kreis der paralympischen Sportarten aufgenommen. 2007 wurde erstmals um die Fahrkarten zu den Paralympics 2008 in Peking gekämpft. Die Teilnehmerzahlen an den Ruder-Weltmeisterschaften stieg von Jahr zu Jahr kontinuierlich an. An der ersten WM 2002 in Sevilla beteiligten sich 45 Teilnehmer in zwei Bootsklassen und 2007 in München gingen bereits 140 Teilnehmer aus 23 Nationen in vier Bootsklassen an den Start. An den Paralympics in Peking war das Kontingent auf 96 Sportler/-innen beschränkt.