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Rollstuhlsport Schweiz
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Handbike

 
 

Handbiken ist eine noch relativ junge Rollstuhlsportart. Das erste moderne Handbike wurde Anfang der 80er-Jahre in den USA gebaut. 1990 kam dann das erste serienmässig hergestellte Vorspannhandbike aus den USA und motivierte in Europa die Rollstuhlfahrer/-innen, sich mit dem Radsport zu befassen. Erste reine Sportgeräte wurden 1991 in den USA und um 1993 in Europa entwickelt.

 

Die ersten Rennen fanden im Rahmen der «Human Powered Vehicles»-Szene (Liegeräder) statt, wo es 1993 bei der Europameisterschaft in der Schweiz zum ersten Mal eine «arm-powered»-Klasse gab. Allmählich wurden in verschiedenen Ländern eigene Handbike-Organisationen gegründet und Rennen organisiert, welche sich oft an die Radsportszene anlehnten. Entscheidende Fortschritte brachte das Jahr 1998. In Colorado Springs (USA) wurde an den «World Cycling Championships for the Disabled» ein Handbikerennen gefahren. In Zusammenarbeit mit den Amerikanern wurde die heute gültige Klassifizierung mit den Divisionen F für die Frauen und A (Tetraplegiker), B (Paraplegiker bis Th 9/10) und C (ab Th 10 inkl. Amputierte) für die Männer geschaffen. Natürlich wurden auch die Bemühungen vorangetrieben, den Handbikesport in die Paralympics zu integrieren. An den Paralympics 2004 in Athen waren die Handbiker dann auch das erste Mal vertreten. Die derzeit populärste Rennserie, der European Handbike Circuit (EHC), wird seit 2001 als eine Art Europacup durchgeführt. Es werden acht Rennen in verschiedenen europäischen Ländern gefahren, und aus den besten fünf Resultaten wird eine Gesamtwertung erstellt. An den EHC-Rennen nehmen jeweils bis zu 150 Athleten und Athletinnen teil. Die Schweiz führt ihr EHC-Rennen alternierend in Schenkon und in Oensingen durch und stellt ca. 15 Athleten und Athle-tinnen, welche regelmässig an EHC-Rennen teilnehmen.

 

Nachdem die ersten Jahre von Umsteigern aus Rennrollstuhl und Wintersport geprägt waren, finden immer mehr Rollstuhlfahrer über das Handbike den Einstieg in den Rollstuhlsport und bilden eine stetig wachsende Breitensportszene. Das Handbike ist ein unkomplizierter Einstieg in den Rollstuhlsport und ohne grosse Vorkenntnisse sofort fahrbar. Daher eignet sich Handbiken ausgezeichnet als Gesundheitssport. Gemütliche Velotouren mit Familie und Freunden zur Stärkung von Herz und Kreislauf sind gut möglich und fördern zudem die soziale Integration.

 

Im Leistungssport werden zugleich die Grenzen des Machbaren immer höher gesetzt: Auf der Materialseite wird getüftelt, und jedes Jahr sieht man neue Bikes, Komponenten und Sitzhaltungen. Die leichtesten Bikes für die C-Fahrer/-innen sind heute ca. 10 kg schwer. Für die B-Fahrer/-innen mit Sitz, Rückenlehne und Fussrasten ist man momentan bei etwa 13 kg angelangt. Auch die Durchschnittsgeschwindigkeiten an den Rennen – mit einer Distanz zwischen 30 und 60 km – sind von anfänglich knapp 28 km/h auf inzwischen 37 km/h angewachsen. Im Juni 2000 fand erstmals das längste Rennen über 177 km rund um den Genfersee statt und wurde 2004 als EHC-Langstreckenweltmeisterschaft durchgeführt. Dieses spezielle Rennen vermittelt jedes Jahr mit Fahrradbegleitern, Materialwagen und Polizeibegleitung einen Hauch von Tour de France.

 

Seit 2000 besteht in der Schweiz eine TK Handbike (Technische Kommission), welche Rennen, Handbike-Events, Touren und Selektionen für Grossanlässe wie EM, WM und Paralympics plant und erstellt. Ziel der TK ist es sowohl den Spitzensport als auch den Breitensport zu fördern. Dazu wurde im Jahre 2003 zum ersten Mal der Nationale Handbikecircuit (NHC) durchgeführt. Der NHC ist als Schnittstelle zwischen Nachwuchs-, Hobby- und Spitzensportlern gedacht. Der NHC soll es ermöglichen, dass Interessierte sich Tipps von erfahrenen Athleten holen können. Er soll die Freude am Sport vermitteln.

 

Klassifikation

Die Klassen im Handbike sind wie folgt aufgeteilt:

 

H1 Tetraplegiker mit Läsionshöhe C8 oder höher.

H2 Paraplegiker von Th1 bis Th 9/10
H3 Paraplegiker mit Läsionshöhe Th 11 oder tiefer; Langsitz

H4 Paraplegiker mit Läsionshöhe Th 11 oder tiefer; Kniesitz sowie Doppel-, Unter- und Oberschenkelamputierte