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Die Schweizer Paraplegiker-Vereinigung baut Netzwerk aus

 
 

Sion, 11. Februar 2009 – Die Rehabilitationsklinik der SUVA in Sion – die Clinique romande de réadaptation (CRR) – und die Schweizer Paraplegiker-Vereinigung (SPV) haben heute die Zusammenarbeit im Bereich der Betreuung von Querschnittgelähmten besiegelt. Zugleich hat die SPV ein Büro im Klinikgebäude in Sion eingeweiht. Als erstes gemeinsames Projekt bieten die Partner ab sofort Lehrerausbildungskurse an.

 

Partnerschaft mit der Clinique romande de réadaptation suvaCare verstärkt

Als bestens etablierte Rehabilitationsklinik ist die CRR seit Jahren ein wichtiger Partner für die SPV. Die Klinik verfügt über eine eigene, auf die Behandlung von Querschnittgelähmten spezialisierte Abteilung und nimmt daher in der französischen Schweiz eine wichtige Stellung für Para- und Tetraplegiker ein. Für die CRR wiederum bietet die vertiefte Kooperation mit der SPV die Möglichkeit, die lebenslange Betreuung von Querschnittgelähmten vor Ort auszubauen und die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren. Eine klassische win-win-Situation für beide Partner!

 

Ein feierlicher Auftakt

An einer Informations- und Einweihungsfeier in Sion betonten Prof. tit. Charles Gobelet, Medizinischer Direktor der CRR, und Dr. es. tech. Daniel Joggi, Präsident der SPV, die Bedeutung der Partnerschaft für die Querschnittgelähmten in der französischen Schweiz. Gemeinsam werde man das Ziel der Integration von Para- und Tetraplegikern in Gesellschaft, Beruf und Alltag weiter voranbringen und die Lebensqualität steigern können. Dazu gehöre auch Öffentlichkeitsarbeit. Um Berührungsängste und Vorurteile abzubauen, sollten junge Menschen bereits in der Schule einen natürlichen und achtungsvollen Umgang mit behinderten Menschen erlernen und für dieses Thema sensibilisiert werden.

 

Die SPV hat schon immer das Ziel verfolgt, Betroffene unabhängig vom Ort der Rehabilitation, rasch und unkompliziert betreuen zu können. Besuche zu Hause und in den verschiedenen Kliniken sind daher ein wichtiges Instrument. Ein kompetenter Erstkontakt wird als extrem wichtig angesehen, denn Frischverletzte haben häufig viele Fragen, Ängste und Unsicherheiten. Mit der Eröffnung des Büros in Sion und der Stationierung des SPV-Aussendienstmitarbeiters Régis Déssimoz hat die CRR nun eine eigene Anlaufstelle erhalten. Dieser ist selbst querschnittgelähmt, was den Austausch zusätzlich unterstützt.

 

 

Behinderung – ein Thema für den Unterricht

Die Partnerschaft beinhaltet auch gemeinsame Informationstätigkeiten. Damit Kinder und Jugendliche früh für das Thema Behinderung sensibilisiert werden, bieten die beiden Partner Kurse für Lehrpersonen an. Mit Hilfe des Lehrmittels «Paradidact» erhalten diese sorgfältig vorbereitete Unterrichtsmaterialien wie Lektionspläne oder Arbeitsblätter und erlernen den Umgang mit Hilfsmitteln wie beispielsweise Rollstühlen. So können sie ihren Schülern das Thema auf interessante und umfassende Weise näher bringen. Denn früher oder später kommen die meisten von ihnen in Kontakt mit einer Person im Rollstuhl, einem Blinden oder Gehörlosen.

 

Seit Jahren führt die SPV in der Deutschschweiz solche Kurse für Lehrer/-innen zum Unterrichtsthema «Behinderung» erfolgreich durch. In der Westschweiz stellte die SPV in den letzten Jahren ein gestiegenes Bedürfnis für dieses Bildungsangebot fest. Jedoch war es schwierig, Teilnehmende in die Kurse im deutschsprachigen Nottwil zu integrieren. Daher wurde das Lehrmittel nun übersetzt und lokale Experten für den medizinischen Teil der Schulungen gesucht. Gefunden hat man sie bei der CRR. An den Kursen werden vor allem Ergotherapeuten/-innen und Pflegende der CRR ihr Wissen einbringen. Daneben werden gewisse Themen durch Mitarbeitende der SPV unterrichtet – z.B. durch die selbst querschnittgelähmten Aussendienstmitarbeiter.

 

 

Partnerschaft als Zukunftskonzept

Wie wichtig diese Partnerschaft für die Westschweiz und insbesondere für die Region Unterwallis ist, belegt das grosse Interesse für den Einweihungsanlass. An der Feier nahmen beispielsweise Marcel Maurer, der Stadtpräsident von Sion, Mitglieder des Vorstandes und der Geschäftsleitung der CRR und der SPV sowie zahlreiche Präsidenten der Westschweizer Rollstuhlclubs, aber auch viele interessierte Bildungsvertreter wie beispielsweise Benjamin Roduit, Rektor des Lycèe-collège des Creuset, teil.

 

Gemeinsam erreicht man mehr! Das ist der klare «Hintergedanke» dieser Zusammenarbeit. Als nationale Dachorganisation ist es der SPV ein grosses Anliegen, schweizweit umfassende Beratung und Betreuung anbieten zu können. Die CRR teilt diese Vision und will ihren Patienten vor Ort einen einfachen Zugang zu Informationen und einen Austausch mit anderen Betroffenen und der Öffentlichkeit bieten.


Weitere Informationen zu Paradidact und Kursdaten:
www.spv.ch/de/publikationen/paradidact/

 


Schweizer Paraplegiker-Vereinigung (SPV)

Die 1980 gegründete Schweizer Paraplegiker-Vereinigung (SPV) ist der nationale Dachverband der Querschnittgelähmten mit rund 10'000 Mitgliedern. Sie fördert, vertritt und koordiniert gesamtschweizerisch die Anliegen der Para- und Tetraplegiker sowie weiterer Mitglieder. Zudem unterstützt sie 27 regionale Rollstuhlclubs in der ganzen Schweiz.

 

Die rund 60 Mitarbeitenden der SPV und zirka 1'500 Freiwillige setzen sich für gesellschaftliche, soziale, politische und persönliche Belange der Mitglieder ein und engagieren sich für deren Wiedereingliederung sowie die Verbesserung der Lebensqualität. Zum Leistungsangebot gehören die Sozial- und Rechtsberatung, Rollstuhlsport Schweiz (Förderung des Spitzen- und Breitensports), das Institut für Berufsfindung, das Zentrum für hindernisfreies Bauen sowie die Abteilung Kultur und Freizeit mit ihrem Reisebüro und der eigenen Reisebusflotte. Die SPV gibt zudem die Mitgliederzeitschrift Paracontact und das Sportmagazin GoAhead heraus.
Weitere Informationen unter: www.spv.ch

 

 

Clinique romande de réadaptation

Mit seinem einzigartigen Dienstleistungsangebot – Prävention, Versicherung, Rehabilitation – kann die SUVA (als grösste Trägerin der obligatorischen Unfallversicherung) ihren Versicherten einen umfassenden Gesundheitsschutz anbieten. Einer der wichtigsten Tätigkeitsbereiche ist die Rehabilitation von Verunfallten in den eigenen Kliniken. Eine davon ist die 1999 gegründete Clinique romande de réadaptation. Sie verfügt über 112 Betten und beherbergt rund 1000 Patienten pro Jahr mit dem Ziel, die Spätfolgen von Unfällen mit Hilfe medizinischer, technischer, psychologischer, sozialer und berufsbezogener Massnahmen zu reduzieren. Dank dem Engagement von 228 Mitarbeitenden (Vollzeitstellen), wovon 140 Spezialisten (Ärzte, Therapeuten, Pflegepersonal usw.) sind, werden rund 38'000 Spitaltage geleistet. Zusätzlich betreut die Klinik jährlich zirka 8'000 ambulante Patienten.

 

Neben den traditionellen Rehabilitationsdisziplinen Neurologie und Bewegungsapparat, bietet die Klinik in der französischen Schweiz auch spezialisierte Dienstleistungen zur Rehabilitierung von Para- und Tetraplegikern, Personen mit Hautverbrennungen, technische Orthopädie und berufliche Wiedereingliederung an.

 

Weitere Informationen unter www.crr-suva.ch

 


Ansprechpartner für Medien

Schweizer Paraplegiker-Vereinigung, Nottwil
Evelyn Schmid, Marketing und Kommunikation
Tel. +41 41 939 54 08, Fax +41 41 939 54 09
E-Mail: evelyn.schmid(a)spv.ch

 

Clinique romande de réadaptation, Sion
Pascale Delaloye, Resp. RP & Marketing
Tel. +41 27 603 31 00, Fax +41 27 603 30 03
E-Mail: Pascale.Delaloye(a)crr-suva.ch