Delegierte unterstützen die Weiterentwicklung der SPV
Zusammenfassung der Delegiertenversammlung vom 25.4.2009
2008 war ein erfolgreiches Jahr für die SPV. Die Querschnittgelähmten nahmen die vielfältigen Angebote - insbesondere Veranstaltungen, Kurse und Reisen - Ihrer Dachorganisation rege in Anspruch. Dies, aber auch effiziente Strukturen und Abläufe führten dazu, dass die Jahresrechnung unter Budget abschliessen konnte. Es blieb ein Gewinn von rund 400'000 Franken. Die Delegiertenversammlung als höchste Instanz des Verbandes entschied nun, einen Teil dieses Gewinn, genauer gesagt 250'000 Franken, an die Schweizer Paraplegiker-Stiftung (SPS) zurückzugeben. Als Schwesterorganisation finanziert die SPS rund 50 Prozent des Betriebsaufwands der SPV mit Gönner- und Spendenbeiträgen. Thomas Troger, Direktor der SPV, ist erfreut über diese Zustimmung der Delegierten: «Es ist wichtig, dass wir als Non-Profit-Organisation effizient arbeiten. Das sind wir unseren Mitgliedern, den Querschnittgelähmten schuldig. Das Geld geht daher an die SPS zurück, die damit andere Projekte für Querschnittgelähmte unterstützen kann.»
Aufruf zur IV-Abstimmung
In einer wirtschaftlich unsicheren Zeit ist es wichtig, dass sich die Bevölkerung auf eine solid finanzierte Invalidenversicherung (IV) verlassen kann. Schliesslich könnte es jeden treffen. Momentan wächst der Schuldenberg der IV um täglich 4 Millionen Franken. Die IV-Zusatzfinanzierung wird benötigt, um die weitere Verschuldung zu stoppen und eine Sanierung einzuleiten. Die Delegierten rufen daher alle 10'000 Mitglieder der SPV auf, sich für ein «Ja» am 27. September 2009 stark zu machen.
Stärkung der Rollstuhlclubs
Neben den Angeboten der SPV erhalten die Querschnittgelähmten auch zahlreiche Dienstleistungen von den 27 Rollstuhlsclubs. Die Rollstuhlsclubs sollen daher zukünftig gestärkt werden. Aus diesem Grund hat die Delegiertenversammlung entschieden, die Kategorie der direkt an die SPV angeschlossenen «Einzelmitglieder» aufzuheben und nach einer Übergangsfrist von zwei Jahren nur noch Clubmitglieder zu führen. Die Einzelmitgliedschaft wurde bei der Gründung der SPV eingeführt, da in diesen Anfangszeiten bei weitem nicht in allen Regionen Rollstuhlclubs bestanden. Mittlerweile sind dank 27 Clubs alle Regionen abgedeckt. Vorteil dieser Lösung ist, dass den Clubs mehr finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, alle Mitglieder gleich behandelt werden und die Solidarität dank der Teilnahme an einem aktiven Clubleben weiter gestärkt wird.
Statutenänderung und neue Organisation
Zur Stärkung der gesamtschweizerischen Ausrichtung unterbreitete der Zentralvorstand der Delegiertenversammlung den Antrag, den Geschäftsbereich Institut für Berufsfindung in «Lebensberatung» umzubenennen und andererseits im Sport eine kleine Feinjustierung (statt Nachwuchs neu Sportentwicklung) vorzunehmen. Um gleichzeitig dem Aussendienst mehr Gewicht zu geben, wird er in den Bereich Lebensberatung integriert. Diese Vorschläge wurden angenommen.
Im Rahmen dieser Diskussionen betonten die Delegierten, dass die SPV sich noch stärker als gesamtschweizerisch tätige Organisation mit einem eigenständigen Auftritt etablieren soll. Als autonomer Verband und als Dachorganisation soll sie die Interessen der Querschnittgelähmten nach aussen tragen.
Umstrittene Praxisänderung
Viele der SPV-Mitglieder erhielten in den vergangenen Jahren einen Teil der Kosten für Hilfsmittel von der SPS auf Gesuch hin vergütet, da damit eine Steigerung der Lebensqualität und die Integration in Beruf und Gesellschaft gestärkt wird. Bislang konnten sich die Mitglieder durch einen Anbieter ihrer Wahl beraten lassen und das Hilfsmittel somit auch in ihrer Nähe kaufen. Nun hat die SPS diese Praxis geändert. Querschnittgelähmte, die in einem Radius von 120 km von Nottwil wohnen, müssen eine Offerte bei den Tochtergesellschaften der Stiftung einholen (Paramobil für Autoumbauten, Orthotec für Rollstühle und andere Hilfsmittel). Wenn danach die Tochtergesellschaften zum gleichen Preis liefern können, muss das Hilfsmittel dort bezogen werden. Die Delegierten gaben dem Präsidenten das Mandat, sich für eine rasche Wiedereinführung der alten Praxis einzusetzen, weil die neue Praxis den ganzen Ablauf und das Handling für einen querschnittgelähmten Gesuchsteller deutlich erschwert, ohne der Stiftung im Gegenzug eine namhafte Ersparnis zu bringen.






